Gute Bildung und echte Teilhabe für alle!

Inklusion in der Schule

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V. und die Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. setzen sich gemeinsam für weitere Verbesserungen des inklusiven Schulsystems ein. Beim gemeinsamen Fachtag „Ist die Inklusion in der Schule gescheitert? – Wo stehen wir in Niedersachsen?“ der beiden Verbände diskutierten 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne über den Stand der Inklusion in der Schule. „Gescheitert ist die inklusive Schule noch nicht“, sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen. „Aber wir sind auch noch lange nicht am Ziel angelangt.“

„An den Regelschulen fehlt Personal, und andererseits brauchen die Förderschulen eine Bestandsgarantie, um dem Elternwillen gerecht werden zu können“, so Birgit Eckhardt weiter. „Denn viele Eltern von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf entscheiden sich immer noch für den geschützten Raum der Förderschule, anstatt ihr Kind mit dem Besuch einer unzureichend ausgestatteten Regelschule zu überfordern.“ Holger Stolz, Geschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen, ergänzt: „Die Schülerzahlen an den Förderschulen gehen nicht zurück, obwohl die Inklusionsquote an den Regelschulen steigt. Der Bedarf an personell und sachlich gut ausgestatteten Regelschulen ist also nach wie vor da. Dem muss die Landesregierung Rechnung tragen.“

Kultusminister Tonne verteidigte in seiner Rede den Kompromiss der Großen Koalition, die Förderschulen Lernen bei Bedarf länger zu erhalten – perspektivisch aber diesen Schultyp auslaufen zu lassen. Es benötige Zeit, um die Inklusion, die eine „echte Bereicherung“ für die Gesellschaft sei, in der nötigen Qualität umzusetzen. Dazu Birgit Eckhardt: „Eigentlich wissen alle, was für den Erfolg der schulischen Inklusion vonnöten ist. Wir erwarten von der Landesregierung, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und dafür auch die nötigen Ressourcen freizugeben. Bildung ist ein Menschenrecht. Echte Teilhabe von Menschen mit Behinderung genauso. Daran muss sich die Landesregierung messen lassen.“ Der Kultusminister kündigte in seiner Ansprache ein Gesamtkonzept an, das sich unter anderem mit der Arbeit von multiprofessionellen Teams im Unterricht beschäftigen soll.

Derzeit besuchen in Niedersachsen etwas mehr als 60 Prozent der Kinder mit erhöhtem sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule. Die Inklusionsquote schwankt regional allerdings erheblich, je nach Landkreis zwischen 21 und 87 Prozent. An den weiterführenden Schulen gibt es auch je nach Schultyp erhebliche Unterschiede. Die allermeisten Kinder mit Behinderung besuchen eine Hauptschule, Gymnasien unterrichten derzeit nur etwa ein Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigung.


Die Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. wurde am 13. Oktober 1962 von 10 Orts- und Kreisvereinigungen gegründet. Heute gehören dem Landesverband 115 Mitgliedsorganisationen an. Über 75 % aller in Niedersachsen tätigen teil-stationären Eingliederungseinrichtungen haben sich in der Lebenshilfe Niedersachsen als ihrem Dach- und Fachverband zusammengeschlossen. Die Lebenshilfe ist Elternvereinigung, Fachverband und Trägerin von Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Der Selbsthilfegedanke hat dabei große Bedeutung. Über die Akademie für Rehaberufe bietet die Lebenshilfe Fortbildungen insbesondere für Fachkräfte, Menschen mit Behinderung und Angehörige an. Mit Standorten in Hildesheim, Wildeshausen und Hannover ist die Lebenshilfe Niedersachsen Ausbilder in der Heilerziehungspflege in Niedersachsen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Lebenshilfe hat ihren Sitz in Hannover.


Kontakt:
Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e. V.
Nordring 8 G | 30163 Hannover
Tel.: 0511 . 909 257 00
FAX: 0511 . 909 257 11
E-Mail: landesverband@lebenshilfe-nds.de
Ihr Ansprechpartner:
Frank Steinsiek

 
 
 
 

© 2016 Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. - Nordring 8G, 30163 Hannover -