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Sprachheilkindergarten

Der Sprachheilkindergarten ist eine teilstationäre Einrichtung im Sinne des § 13 SGB XII ( Leistungstyp 1.1.1.4) zur Betreuung, Förderung und Behandlung von Kindern im vorschulischen Alter mit schweren Sprach-, Sprech- oder Kommunikationsstörungen, in der heilpädagogische Leistungen und medizinisch/ therapeutische Leistungen als Komplexleistung nach § 30 SGB IX i. V. mit § 26 SGB IX und nach § 32 SGB V erbracht werden.

Sprachtherapeuten
Die Sprachtherapeuten, die im Rahmen der Komplexleistung die medizinische Sprachheiltherapie in den Sprachheilkindergärten erbringen, sollten nach den Heilmittel-Richtlinien der gesetzlichen Krankenversicherungen sowie nach den Heilmittelvorschriften des öffentlichen Dienstes über eine entsprechend anerkannte Ausbildung als Sprachtherapeut verfügen, da bei nicht anerkannten Berufszweigen in der Regel die Fallpauschale nicht erstattet wird.

Personenkreis in Sprachheilkindergärten
Im Sprachheilkindergarten finden Kinder mit einer nicht nur vorübergehenden wesentlichen Sprachbehinderung im Sinne von § 2 SGB IX und § 53 SGB XII in Verbindung mit § 1 Nr. 6 der VO nach § 60 SGB XII – in der Regel nach Vollendung des vierten Lebensjahres und die noch nicht eingeschult sind – Aufnahme, für die eine ambulante Sprachtherapie nicht ausreicht und eine stationäre Therapie nicht erforderlich ist. Kinder mit Sprachbehinderung mit einer zusätzlichen Behinderung gehören zu diesem Personenkreis, wenn die Sprachbehinderung das Leitsymptom ist. Die Aufnahme von Kindern mit einer geistigen Behinderung in den Sprachheilkindergarten ist nicht möglich.

Sprachstörungen
Kinder mit Förderbedarf im Sprachheilkindergarten sind bei folgenden Störungen des Sprechens, der Sprache oder der Kommunikation betroffen:

  • schwere Sprachentwicklungsstörung mit multipler bis universeller Dyslalie und / oder mittel- bis hochgradigem Dysgrammatismus
  • spezifische Sprachentwicklungsstörung
  • audiogene Sprachentwicklungsstörung
  • gestörte Organsituation mit orofacialen/ myofunktionellen Störungen, Dysphonie, Rhinophonie, Spaltenbildung, Schluckstörung
  • Dysphasie, Dysarthrie, verbale Dyspraxie
  • Redefluss-Störungen (Stottern, Poltern)
  • Kommunikationsstörungen mit schwerer Beeinträchtigung der Lautsprachperzeption und –produktion, Mutismus


Stand: 04.11.2014

 
 
 

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